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Entwicklung der Geschlechterforschung in der Schweiz 

Seit gut dreissig Jahren ist die Geschlechterforschung als zukunftsweisende Wissenschaft anerkannt. In der Schweiz setzte die institutionelle Anerkennung in den 90er Jahren ein: So wurde 1997 am Historischen Seminar der Universität Basel die erste Professur mit einer expliziten Geschlechterdenomination geschaffen und 2001, ebenfalls in Basel, die erste Professur für Gender Studies besetzt. In der Wissenschaftspolitik setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Geschlechterforschung als innovative Lehr- und Forschungsrichtung auch in der Schweiz langfristig zu etablieren sei. Dieses Ziel verfolgt das Netzwerk Gender Studies CH: Das von der Universitätskonferenz (SUK) finanzierte Kooperationsprojekt von neun Schweizer Universitäten (Bern, Basel, Fribourg, Genève, Lausanne, Luzern, Neuchâtel, St. Gallen und Zürich) konzentriert sich auf den Aufbau sich ergänzender Studienangebote und Graduiertenprogramme in Geschlechterforschung.

Inzwischen ist die Geschlechterforschung sowohl als eigenständiges Forschungsfeld als auch in den unterschiedlichsten Disziplinen verankert. Schweizweit existiert ein breites Angebot an BA-, MA- und Doktoratsprogrammen in Gender Studies. Ausserdem wurden Netzwerke von Forschenden geschaffen, wie etwa LIEGE, und eine gesamtschweizerische Internetplattform „Gender Campus“ informiert über die Aktivitäten in der Geschlechterforschung und über das Lehrangebot in Gender Studies an allen Hochschulen.

Die Geschlechterforschung in der Schweiz zeichnet sich durch ihre inter- und transdisziplinäre Vielfalt aus. Darüber hinaus engagiert sie sich stark für einen Austausch über die Sprachgrenzen und Theorietraditionen hinweg, in der Überzeugung, dass darin ein international innovatives Potential der schweizerischen Geschlechterforschung liegt. Während in der Romandie eine starke Bezugnahme auf die französischsprachigen Debatten statt findet und diese mit der Fachzeitschrift „Nouvelles Questions Féministes“ entscheidend mitprägt, sind die GeschlechterforscherInnen der deutschen Schweiz vor allem in den deutschen und anglo-amerikanischen Diskussionen und Publikationen präsent.

Vorrangiges Ziel der 1997 gegründeten Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung (SGGF) ist es, die geschaffenen Strukturen in den Hochschulen nachhaltig zu sichern. Darüber hinaus ist ein zentrales Anliegen, einen optimalen Ort zur Präsentation aktueller theoretischer und empirischer Forschungsergebnisse sowie  generationenübergreifender, interdisziplinärer Diskussionen zu schaffen.